Bericht 1. Quartal 2020 – Mehrwert Nachhaltig Defensiv

Daten:

Die Vermögensverwaltungsstrategie „Mehrwert Nachhaltig Defensiv“ verzeichnete im ersten Quartal dieses Jahres einen Wertverlust (nach Kosten) von 8,68 %. Die maximal zulässige Aktienquote von 25 % wurde nur über die ersten beiden Monate des Jahres ausgeschöpft. Aktuell beträgt der Aktienanteil im Portfolio 17 %, der Rentenanteil 74 % und der Anteil liquider Mittel 9 %.

Rückblick:

Das bisherige Börsenjahr 2020 steht ausschließlich im Zeichen der großen Krise, ausgelöst durch das Corona-Virus. Gerade die letzten Wochen waren mit zum Teil erheblichen Verwerfungen an den weltweiten Kapitalmärkten verbunden. Die Tagesschwankungen an den Börsen waren dabei so erheblich wie seit der großen Finanzkrise 2008 nicht mehr. Die Volkswirtschaften in zahlreichen Staaten kamen in bedeutenden Wirtschaftssektoren nahezu vollständig bzw. in weiten Teilen zum Erliegen. Staaten und Notenbanken reagierten unverzüglich und steuerten mit aller Kraft über geldpolitische Maßnahmen und medizinischen und ökonomischen Hilfspaketen dagegen. Ende Februar haben wir die Aktienquote reduziert und konnten dadurch die weiter folgenden erheblichen Rückgänge an den Börsen etwas abfedern. In einem zweiten Schritt trennten wir uns von Unternehmensanleihen mit etwas schlechterer Bonität. Hier könnte es im Zuge der Krisenfolgen zu Liquiditätsengpässen bis hin zu Insolvenzen kommen. Als vorteilhaft wirkte sich auch aus, dass unsere nachhaltige Investmentstrategie und die damit verbundenen Investitionen in diesem Bereich eine relative Stärke zu anderen Anlagen zeigte und somit einen ebenfalls positiven Beitrag leisten konnte. Spätestens mit dieser Pandemie dürfte nochmals deutlich geworden sein, wie wichtig ein gut und ausreichend ausgestatteter medizinischer Sektor ist. Das war für uns Anlass, den Bereich Healthcare im Portfolio aufzustocken. Hier sehen wir auch für die Zeit nach der Krise erhebliches Investitionspotential für die Zukunft.

Ausblick:

Die umfassenden Eindämmungsmaßnahmen zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie würgen die Nachfrage von Verbrauchern und Investoren ab, was insbesondere im zweiten Quartal zu einem enormen Einbruch der globalen Wirtschaftstätigkeit führen dürfte. Eine Rezession ist unausweichlich geworden, und das Potenzial für eine weitere Verschlechterung der wirtschaftlichen Aktivität bleibt hoch. Auch wenn die Pandemie bis in die zweite Hälfte des Jahres 2020 andauern könnte, dürfte der Konsum nach Aufhebung der Einschränkungen von politischer Seite wieder zunehmen. Gleiches gilt für die Angebotsseite durch Wiederaufnahme wirtschaftlicher Tätigkeit der Unternehmen. Wir erwarten jedoch nicht, dass die aufgestaute Nachfrage kurzfristig das Wachstum signifikant ankurbelt, da die Verwerfungen im Wirtschaftskreislauf zunächst Nachfrageausfälle mit sich bringen dürfte, die nicht ad hoc kompensiert werden können. Die meisten Volkswirtschaften werden im Jahr 2020 nach ersten Prognosen zwischen -4% und -7% schrumpfen. Heute ist noch höchst ungewiss, wie lange und wie weit der abrupte Stopp der Wirtschaftstätigkeit gehen und wie hoch der Schaden sein wird. Unter historischer Betrachtung folgte einer großen Krise ein umso stärkerer Aufschwung in den Folgejahren, sowohl in der Ökonomie als auch am Kapitalmarkt. Wir sind zuversichtlich, dass die umfangreichen medizinischen, fiskal- und geldpolitischen Maßnahmen ihre Wirkung zeigen und zu einer globalen Stabilisierung führen werden. Der Aktienmarkt sucht nach einem vorläufigen Gleichgewicht. Der erste Schock dürfte eingepreist sein. Wichtig wird sein, Perspektiven für die Zeit nach der Krise zu entwickeln.

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